Insel Rügen Buchen
Insel Rügen MV

Ist jetzt Land unter in MV?

Geschrieben am30. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von engel | 1 Kommentar

Gestern morgen zog eine gewaltige Gewitterfront mit sintflutartigen Regengüssen über die Halbinsel Wittow, den nördlichen Teil Rügens. Dabei kam es vorwiegend in der Gemeinde Dranske zu starken Niederschlägen. Bis zu 70 l/m² ließen hier Wohnhäuser überschwemmen, Pkws und Keller vollaufen, Straßen in reißende Bäche verwandeln und Kleingartenanlagen zu Seeflächen werden. Sämtliche Wehren der Halbinsel Wittow sowie das THW wurden zum Einsatz herangezogen.

Wie in der Gemeinde bekannt ist und auch einige betroffene Einwohner kritisierend verlauten ließen, sind die schlecht bis gar nicht gepflegten, teils zugeschütteten Grabensysteme in Dranske für die Überschwemmungen verantwortlich. So sind die Abflüsse zur Ostsee und Bodden verdreckt und nicht beräumt, Gräben und Abwasserkanäle zugewuchert und mit Schutt und Müll verstopft. Hier wie auch in anderen Orten besteht dringender Handlungsbedarf der Gemeinden, um die Schäden bei Unwettern solchen Ausmaßes in Grenzen zu halten.

Aber nicht nur auf Rügen, sondern auch in ganz MV kam es gestern und in den vergangen Tagen immer wieder zu sehr starken Niederschlägen.

Land unter gestern früh in Dranske.

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Leserbrief zur Abwanderung in MV

Geschrieben am29. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von engel | Keine Kommentare

Ein Leserbrief den uns eine junge Gruppe von Auszubildenden, die kurz vor ihrem Facharbeiter stehen, gesandt hat:
 Vor 16 Jahren war Mecklenburg noch das Bundesland mit der durchschnittlich jüngsten Bevölkerung, bald wird der Altersdurchschnitt der höchste sein. Die jungen Einwohner (Abiturienten, Studenten, Facharbeiter, Lehrstellensuchende) verlassen ihre Heimat, weil sie hier kaum Chance auf einen Job haben. Am 17. September finden Landtagswahlen statt. “Zukunft aus eigener Kraft” heißt das Wahlprogramm der SPD, die Mecklenburg-Vorpommern außerdem zum Gesundheitsland Nummer eins ausbauen will.

“Auf jeden Fall Rapsfelder, sehr viele grüne Wiesen, auf jeden Fall wunderschöne Natur, und wenn wir Mecklenburg-Vorpommern hören, auf jeden Fall auch das Meer, dafür sind wir ja auch bekannt. Dass eben wenig los ist, wenig für die Jugend, hier findet man kaum Arbeit und man sollte sich schon was suchen, wo man längerfristig angestellt werden kann, sonst hat man keine Chance. Über die Saison findet man was, da kommt man auch über die Monate, aber im Winter sieht’s ganz schlecht aus. Wir haben die Hypothese, dass wenn die Jugendlichen abwandern, es hauptsächlich mit wirtschaftlichen Gründen zu tun hat, das heißt, dass sie hier in MV nicht die Möglichkeiten haben, sich beruflich weiter zu entwickeln, eine Ausbildung zu bekommen und dann den Entschluss ziehen, MV verlassen zu müssen. Einige wollen das vielleicht andere müssen es.“

Weg von Kiefern, Sand und alten Buchenwälder, weiten Felder und noch viel längeren Alleen. Ein schlafendes Land, still und schön, mit hunderten Seen verziert. Für 1,7 Millionen Einwohner, so viel wie Hamburg, nur besser verteilt. 74 Einwohner pro Quadratkilometer, Tendenz sinkend, seit 1990 haben 200.000 Menschen das Bundesland verlassen, bis 2020 werden es noch einmal soviel sein.
Trotz Wirtschaftswachstum, auf das der Wirtschaftsminister so stolz ist, wird das Land durch Abwanderung weitere 16 Prozent seiner Einnahmen verlieren. Und 2020 bekommt der Nordosten zum letzten Mal Geld aus dem Solidarpakt. “Zukunft aus eigener Kraft”, heißt das Wahlprogramm der SPD, auf den Plakaten lächelt der Ministerpräsident großväterlich mild und spricht davon, den Erfolg fortzusetzen.
346 Unternehmen angesiedelt, heißt es da, und von sozialer Gerechtigkeit ist die Rede. Auch die beiden anderen Spitzenkandidaten sind nette grauhaarige Herren. Sie symbolisieren das Hauptproblem des Landes. Auch die wollen mit Bildung, Arbeit Familienfreundlichkeit und Heimatgefühl gegen das Hauptproblem ankämpfen, gegen die Abwanderung.

“Wir wissen dass alles noch in Entwicklung ist und freuen uns auch, wenn sich alles einmal ändert wird, aber erst mal weg und dann vielleicht wiederkommen.”
                                                                                                                
Wir vom ruegenerleben.de-Team bedanken uns für diesen Brief
 

 

Ziele der Parteien

Geschrieben am28. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von engel | Keine Kommentare

Das die Bundespolitik Einfluss auf den Wahlausgang in Mecklenburg-Vorpommern haben wird, ist unumstritten. Um so interessanter ist es zu erfahren, welche Ziele die Parteien mit dem Einzug ihrer Kandidaten in den künftigen Landtag verbinden. Die Partei der Besserverdienenden, wie sich die FDP einst nannte, möchte “Ackern statt schnattern”! Eine Forderung die viele Arbeitnehmer/innen täglich im Kampf um den Erhalt des Arbeitsplatz praktizieren müssen. Da wird gut überlegt, ob man nicht auf den Arztbesuch verzichten kann.

Die CDU möchte ebenfalls kräftig “Anpacken statt Abwarten” und verspricht dem Wahlvolk “Wir können mehr”. Und das hat sie tatsächlich schon bewiesen in punkto Mehrwertsteuer, Rentenalter, Verschärfung der Sanktionen gegen Arbeitslose und Ausweitung des Niedriglohnsektors. Ungebremst kann sie sogar noch mehr, z.H. Kinder für ihre arbeitslosen Eltern zum Unterhalt heranziehen. Reichtum verpflichtet eben.

Die SPD wirbt hingegen mit den Worten “Den Erfolg fortsetzen” und meint wohl damit den gelungen Abbau von Schulstandorten sowie das Versagen im Umgang mit der Vogelgrippe, worauf wir als ruegenerleben.de-Team schon mehrfach hingewiesen haben.

 

Quelle: Blitz

Streit um Kosten für den Bush-Besuch

Geschrieben am26. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von engel | Keine Kommentare

In den Streit um die Kosten des Besuchs von US-Präsident George W. Bush im Juli in Mecklenburg-Vorpommern kommt Bewegung. Die Bundesregierung deutete am Donnerstag erstmals an, sich teilweise beteiligen zu wollen. Wie es aber gestern in Schwerin verlautete, weigere sich der Bund immer noch, MV auch nur einen Cent zu erlassen. Anfangs der Woche hatte das Bundeskanzleramt noch jegliche Beteiligung an den Kosten abgelehnt und lies verkünden, dass alle Gewährleistungen zur inneren Sicherheit Aufgabe der Länder seien und sie auch dafür aufkommen müssen.

Der Bush-Besuch war eine organisierte Jubel- und PR-Veranstaltung der Christdemokraten, der auch zur Gewinnung von Wählern beitragen sollte. 15 Millionen zur Last des Steuerzahlers ist hingegen nicht die erhoffte Werbung für die CDU in MV. Ließen die Christdemokraten die Beteiligung an den Kosten nur deshalb verkünden, damit dieses Thema nicht mehr Gegenstand des Wahlkampf ist? Die Rot-Rote Landesregierung dementiert die Beteiligung des Bundes weiterhin… (Sie könnte ja auch positive Absichten aus diesem Streit ziehen.) Ob der Bund sich an den Kosten beteiligt oder nicht, dass werden wir vermutlich erst nach den Wahlen zu sehen bekommen.

Landtagswahl MV 2006

Geschrieben am25. August 2006 in Allgemein, Presse | add to del.icio.us von bunge | Keine Kommentare

Der Termin rückt näher, der Countdown läuft sozusagen. Am 17. September haben Sie, hast Du, haben wir alle die Möglichkeit, die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns mitzugestalten, zu beeinflussen!

Du verdrehst die Augen?!

Verständlich, die Wahlmüdigkeit und Poltikverdrossenheit wächst, man ist verwirrt, mißtrauisch, resigniert. Viele können sich nicht entscheiden, welche politische Fraktion das kleinste Übel darstellt und somit wahltechnisch unterstützt werden sollte.

Na und?! – Das ist keine Entschuldigung, nicht zur Wahl zu gehen!

Denn beinhaltet das Recht auf freie Wahl (für das in der Vergangenheit viele Menschen, ohne auch nur im Geringsten zu zögern, in den Tod gingen, bzw. physische und psychische Qualen auf sich nahmen!) nicht auch die Pflicht zu wählen – zumindest moralisch?!?

Wer zu bequem, zu faul, zu ignorant oder zu dumm ist, das einzusehen, hat kein Recht, sich im Nachhinein zu empören, wenn die Politiker “Mist bauen”!

Euer ruegenerleben.de – Team

P.S.: Wer eine Meinung hat, soll sich melden! Wir veröffentlichen gern Eure Zuschriften!

Merkel wieder da

Geschrieben am22. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von vogel | Keine Kommentare

Angelika Merkel ist wieder da. Die Kanzlerin war zwar nur recht kurz im Urlaub, aber zu Hause im Bundestag tanzten dennoch schon die Mäuse auf den Tischen. Damit ist aber jetzt Schluss, machte sie gestern auf dem CDU-Grundsatzkongress und am Wochenende auf dem ersten großen Presseauftritt nach ihrem Sommerurlaub klar. Aber statt eines dröhnenden Machtwortes bietet die Kanzlerin den Zugriff auf alte Schröder-Tugenden:   Mit ruhiger Hand wird gute Laune demonstriert, politisch heißt es weiter so, zur Garnierung gibt es die Weichspüler-Botschaft: “Alles wird gut.” So versuchte sie sich im Brückenbau über die tiefer gewordenen Gräben in der Union. Dort überschlugen sich in den vergangenen Wochen die Ideen für weitere soziale Einschnitte. Mal betrafen sie die Witwen, ein anderes Mal die Bausparer, ein weiteres Mal waren die Kinder arbeitsloser Eltern dran. Verglichen damit hat die SPD in der Zeit Merkels Abwesenheit eine geradezu beispielhafte Disziplin an den Tag gelegt, wenn man von den urlaubsreifen Irritationen eines Peer Steinbrück einmal absieht.                                                                         Ist Merkel nur ein christdemokratisches Profil, das in der großen Koalition mehr und mehr rund geschliffen wird? Oder im Zweifelsfall für den Erhalt ebenjenes schwarz-roten Regierungsbündnisses, in dem diese Kanzlerin durchaus eine parteibuchübergreifende politische Heimat gefunden zu haben scheint?

Im Ansehen der Wähler sind wohl Schwarz und Rot gleichermaßen dort angelangt, wo Rot-Grün aufgehört hatte. Und Angela Merkel? Sie ließ die Dinge einfach treiben. Selbst als die Debatte über Deutschlands Beitrag zu einer Friedensmission im Nahen Osten an Fahrt gewann, durfte die Nation über die Haltung der Kanzlerin rätseln. Politische Führungskraft sieht wohl anders aus. 

Politik & Wirtschaft

Geschrieben am21. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von vogel | Keine Kommentare

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rät den Deutschen zum Sparen beim Urlaub, da in den nächsten Jahrzehnten mehr Geld für Arbeit, Gesundheit und Pflege aufgebracht werden müsse – notfalls sollten die Deutschen künftig auf Urlaubsreisen verzichten…

UNSER KOMMENTAR: Herr Steinbrück übersieht wohl dabei zwei wichtige Punkte: Das zum einen Urlaub einen unersetzlichen Erholungswert hat und einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit leistet und dass zum anderen viele Menschen in Deutschland, vor allem in MV ihren Lebensunterhalt im Tourismus verdienen…

Zudem stellen touristische Unternehmen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber dar. Genau soviel Sinn hätte der Vorschlag gemacht, dass die Deutschen nur noch einmal im Monat in den Supermarkt gehen sollen, um zu sparen und so für später vorzusorgen. Wir können die Aussagen des Finanzministers nur damit erklären, dass er vielleicht urlaubsreif ist und einfach mal Ferien braucht, aus denen er erholt und mit besseren Ideen zurückkommt. Und sollte er selbst auf Sparkurs sein, empfehlen wir ihm für günstige Reise- und Ferienangebote einen Besuch auf der Sonneninsel Rügen.

Leserbrief zum Leitartikel der Ostseezeitung

Geschrieben am21. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von bunge | Keine Kommentare

Zum Leitartikel der OZ vom 15. August 2006 “Immer weniger Kinder lernen schwimmen – die deutschen Schwimm-Meister schlagen Alarm: Jeder achte Badetote ist ein Kind. Sie fordern mehr Unterricht für Schüler.” erreichte uns folgender Leserbrief von Frank Schleicher:

“Es ist bereits ein trauriger Zustand eingetreten, wenn ich lese, wie die Zahl der Badetoten von Jahr zu Jahr steigt. Die Leidtragenden bei diesem Dilemma sind einmal mehr unsere Kinder. Das Alarmschlagen der deutschen Schwimm-Meister verhallt bei unseren Politikern wie das Rufen in der Wüste. Dem ‘harten’ Sparkurs müssen eben Schwimmbäder zum Opfer fallen. Von Mitteln für die Schwimm-Ausbildung will ich gar nicht sprechen!

Dabei sprudelt es in diesem Jahr besonders gut aus den Steuertöpfen des Herrn Finanzminister Steibrück. Aber wer da glaubt, daa auch mal etwas für den ‘kleinen’ Bürger getan wird, der sieht sich getäuscht. Die Regierung braucht das Geld für ihre Auslandseinsätze der Bundeswehr, Bush-Besuche mit ausgewähltem Publikum, Großaktionen wie beim Bekämpfen der Vogelgrippe oder eben nur für sich! Da bleibt am Ende nichts übrig, außer Haushaltslöchern, die der ‘kleine’ Bürger stopfen soll. Dafür verzichtet er sogar in Zukunft auf seinen Urlaub!

Aber zurück zum Thema. Seit nunmehr fünf Jahren bin ich im Animationsteam des Hotels ‘AQUAMARIS’ in Juliusruh und leite dort den Schwimmunterricht. Unsere Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und teilweise auch aus benachbarten Staaten nehmen diese von uns regelmäßig angebotene Animation wahr. Neben dem Vertrautmachen mit dem nassen Element und dem Erlernen der ersten selbständigen Schwimmzüge haben die fünf- bis siebenjährigen Kinder natürlich auch eine Menge Spaß. Am Ende winkt nach erfolgreich abgelegter Schwimmprüfung die Urkunde mit Aufnäher für das ‘Seepferdchen’.

So konnten bereits 600 Kinder den Kurs als ‘Seepferdchen’-Schwimmer absolvieren. Vielleicht ist dies ein kleiner Beitrag, um der angesprochenen Tendenz im Artikel der OZ entgegenzuwirken. Aber wir als ‘AQUAMARIS’-Team werden uns ganz bestimmt Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten wir den Kindern der umliegenden Dörfer auf Wittow einräumen können, damit auch diese das Schwimmen erlernen.”

Frank Schleicher, 18.08.2006

UNSER KOMMENTAR: Worte, die nachdenklich stimmen, die aber auch zeigen, dass es anders geht, dass nicht alles immer nur negativ ist…

Vielen Dank, Herr Schleicher und weiter so!

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Politik & Wirtschaft

Geschrieben am17. August 2006 in Allgemein, Presse | add to del.icio.us von bunge | Keine Kommentare

Gestern früh auf N24: Unser Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus tönte, die Bundesregierung solle sich die Mehrwertsteuererhöhung doch nochmal überlegen, dies wäre der Wirtschaft nicht zuträglich…

Er, der zwar nicht mit Kanonen auf Spatzen schoß, aber Wildgänse mit Tornados beschatten ließ und so dem “Todesvirus H5N1″ im vorpommerschen Luftraum den Kampf ansagte, ist sicher eine Koryphäe in wirtschaftlichen Dingen…

Oder haben solche Äußerungen entfernt mit der Landtagswahl MV heute in 4 Wochen zu tun?!

Presse zu Vogelgrippe, Wahlkampf und Bush-Besuch…

Geschrieben am9. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von bunge | Keine Kommentare

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb letzte Woche:

“Harald Ringstorff sollte sich noch einmal erklären lassen, was 1989 eigentlich passiert ist. Manches, was der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern in den Tagen vor dem Besuch des amerikanischen Präsidenten fallengelassen hat, läßt nämlich auf dringenden Klärungsbedar schließen….Während Deutschland sich gerade vier Wochen lang auf eine Weise gastlich gezeigt hat, die wir uns kaum selbst zugetraut hätten, hatte die rot-rote Regierung in Schwerin offenbar das Bedürfnis, bei Bushs Besuch einen Kontrapunkt zu setzen. Jedenfalls ließen die obersten Repräsentanten des Landes keine Gelegenheit aus, um deutlich zu machen, daß Bush nicht ihr Gast sei, sondern der der Bundeskanzlerin – und daß sie ihn ohnehin am liebsten von hinten sähen….Präsident Bush kann man aus verschiedenen Gründen nicht mögen. Dem Repräsentanten einer Nation aber, der Deutschland in den vergangenen sechzig Jahren unendlich viel zu verdanken hat – nicht zuletzt, daß in Stralsund wieder echte Demonstrationen stattfinden können-, gebührt ein herzliches Willkommen. Wie schwach muß es um das Selbstbewußtsein einer Landesregierung bestellt sein, die zu dieser Unterscheidung offensichtlich nicht in der Lage ist?”

Quelle: FAZ

UNSER KOMMENTAR: Wir haben ja mehrfach schon darauf hingewiesen, dass die Aktionen in Zusammenhang mit der Vogelgrippe auf Rügen ein Willkürakt gegen Landrätin und Landkreis waren. Spätestens da trat doch die Landesregierung den Beweis für ihre Unfähigkeit an, oder?!

Insofern sind die Querelen um den Bush-Besuch in Stralsund wohl Akt 2 der “Komik-Veranstaltung” von Ringstorff & Gefolge?!

Auch im Hinblick auf die Landtagswahl am 17. September 2006 darf man also schon sehr gespannt sein auf Akt 3, oder?!

Die Antwort aus Schwerin…

Geschrieben am3. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von vogel | Keine Kommentare

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Der Brief zur Vogelgrippe auf Rügen…

Geschrieben am2. August 2006 in Allgemein | add to del.icio.us von vogel | Keine Kommentare

Landesregierung Mecklenburg – Vorpommern
- Der Ministerpräsident -
Herrn Dr. Harald Ringstorff
Schloss-Str. 2-4
19053 Schwerin

per Einschreiben

Insel Rügen, den 21.06.2006

Ersatz für Ausfallschäden der Tourismusbranche
wegen Maßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

wir wenden uns an Sie als, massiv durch die völlig überzogenen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Vogelgrippe, geschädigter Hotelbetrieb. Dabei treten wir nicht als Bittsteller auf, sondern fordern, nötigenfalls mit gerichtlicher Hilfe, Schadensersatz für die unserem Unternehmen entstandenen Verluste.
Sämtliche durch Landesregierung, namentlich das Landwirtschaftsministerium, eingeleiteten Schritte waren überzogen, in keiner Weise erforderlich und völlig unbrauchbar, selbst wenn eine Tierseuche in Form der Vogelgrippe ausgebrochen wäre. Sie zeugten einzig und allein von blindem Aktionismus, der sich nicht um die tatsächlichen Gegebenheiten, wissenschaftliche Erkenntnisse und seinen Folgen scherte.
Letztendlich sind in unserer Region 170 tote Vögel entdeckt worden, die angeblich mit dem HN 1 Virus infiziert waren. Wie lange die Infektion zurücklag und ob diese den Tod des jeweiligen Tieres verursacht hat, ist nicht festgestellt worden. In Anbetracht von etwa 400.000 auf der Insel Rügen nistenden Wildvögeln dürfte selbst mathematisch nur durchschnittlich begabten Naturen klar sein, daß eine Epidemie, Pest oder welche anderen Wortschöpfungen die Presse für diese Lappalie auch immer gefunden hat, nicht im Ansatz anzunehmen war.

 

Bei dem Vogelsterben auf der Insel Rügen handelt es sich um einen völlig normalen Vorgang, der sich jedes Jahr, je nach Intensität des Winters, mit mal mehr oder weniger toten Vögeln wiederholt. In strengeren Wintern sind 3000 – 4000 tote Schwäne nichts besonders. Diese Anzahl hat in den Jahren zuvor niemanden bewegt, Seuchenmatten am Rügendamm auszulegen oder Bundeswehrsoldaten mit ABC-Vollschutz zu befehlen, die Tierkadaver medienwirksam einzusammeln.

Es hätte genügt, wenn sich irgendeiner der verantwortlichen Entscheidungsträger über die tatsächlichen Umstände informiert und so dann mit Augenmaß reagiert hätte.

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Tatsächlich haben sich inkompetente Volksvertreter, von denen wir auch die Gesandtschaften der Bundesregierung, einschließlich deren Chefin nicht ausnehmen, von einer sensationsheischenden Presse in deren „Sauerer – Gurken – Zeit“ und der Pharmaindustrie vor sich hertreiben lassen. Allein die Angst, in den Medien korrekte Entscheidungen gegen populistische Meinungsmache vertreten zu müssen, hat die in keiner Weise gebotenen Quarantäneentscheidungen wegen 170 grippekranker Vögel ausgelöst.

Man ist nicht einmal in der Lage gewesen, der völlig stigmatisierten Bevölkerung zu erklären, daß man, selbst wenn man sich mit der Vogelgrippe infiziert, nicht sofort verstirbt. Zum einen ist immer noch nicht nachgewiesen, daß eine Infektion des Menschen auf normalen Wegen überhaupt erfolgen kann und zum anderen würde diese bei Infizierten mit normaler Konstitution allenfalls eine schwere fiebrige Erkältung auslösen. Bei etwa 20.000 – 25.000 normalen Grippetoten jährlich allein in Deutschland stellen die auf der ganzen Welt seit 1997 angeblich festgestellten 7 Todesfälle aufgrund der Vogelgrippe keinerlei ernsthafte Bedrohung dar. Diese Erkenntnis muß nicht wissenschaftlich fundiert erarbeitet werden, die Dimensionen des Gefährdungspotentials lassen sich mit normalem Menschenverstand erfassen.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß eine Stallpflicht für Geflügel für eine gewisse Zeit eingeführt wurde. Ähnliche Maßnahmen werden auch bei Ausbruch anderer Tierseuchen eingeleitet. Eine solche ist im übrigen in Form der Schweinepest kurz nach dem Vogelgrippealarm auf der Insel Rügen in Nordrhein – Westfalen ausgebrochen. Uns ist jedoch nicht bekannt geworden, daß an den Grenzen der betroffenen Regionen medienwirksam Bundeswehrsoldaten mit Gasmasken Fahrzeuge desinfiziert oder Seuchenmatten ausgelegt hätten.

Der gesamte Aufwand, der wohl auch aus Sicht der Landesregierung völlig übertrieben war, hat für unseren Betrieb, mit durchschnittlich 100 Arbeitsplätzen und die gesamte Tourismuswirtschaft auf der Insel Rügen unabsehbare Folgen. Nicht umsonst sind den Betroffenen Steuererleichterungen offeriert und die Beteiligung der Landesregierung an den Kosten beträchtlich in die Höhe geschraubt worden. Hier hatte der Landwirtschaftsminister noch direkt nach der Beendigung des gesamten Blödsinns am Rügendamm dem Landkreis Rügen eröffnet, daß dieser die gesamten Kosten der Bekämpfungsmaßnahmen zu tragen hätte. Nach entsprechendem Widerstand und wahrscheinlich Bedenken wegen der Präjudizwirkung eines eventuellen gerichtlichen Verfahrens hat man diese Haltung schnell aufgegeben.

Die Nachwirkungen der durch die ganze Welt getragenen Maßnahmen sind bis heute zu spüren. Nicht nur in der örtlichen Presse, namentlich der Ostseezeitung sowie der regionalen Rundfunk- und Fernsehprogramme, sondern auch in bundesweiten Publikationen wie beispielsweise der ADAC Motorwelt aus Mai 2006 wird das Thema immer wieder mit negativen Folgen für uns aufgegriffen. Zwar wird nicht generell von einer akuten Gefahr berichtet, den Artikeln ist aber immer die Warnung vor latenten Beeinträchtigungen zu entnehmen. Das allein reicht, um den Familienurlauber wegen mannigfaltiger anderer Möglichkeiten, einen gesundheitlich gefahrlosen Urlaub anderswo in Deutschland zu verbringen, von einem Aufenthalt auf der Insel Rügen abzuhalten.

Mit der Anordnung der nicht gebotenen, völlig übertriebenen und in keiner Weise angemessenen Maßnahmen hat die Landesregierung beste Werbung für Tourismusstandorte in anderen Teilen Deutschlands und im Ausland gemacht.

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Auch an der Nordsee und an Teilen der Ostsee in Schleswig – Holstein oder am Bodensee hat es Funde von Vögeln gegeben, die an Vogelgrippe verendet sein sollen. Seuchematten und Soldaten, die aussahen, als sollten sie den dritten Weltkrieg verhindern, waren dort nicht zu sehen. Damit sind auch die negativen Folgen für die Tourismusindustrie in diesen Regionen ausgeblieben. 

Wir stützen unser Begehren auf Schadensersatz auf einen Präzedenzfall, der obergerichtlich entschieden ist. Es handelt sich dabei um die Sache der Firma Birkel, die aufgrund nicht gebotener Restriktionen der betreffenden Landesregierung wegen angeblich in Nudelprodukten enthaltenen Salmonellen erhebliche finanzielle Verluste erlitten hatte. Hier hatte das Ministerium vorschnell und ohne fundierte Grundlage einen Verkaufsstopp für Trockeneinudeln verfügt. Die Maßnahme stellte sich später als ungeeignet und sachlich nicht zu rechtfertigen heraus, wofür die Firma mit einem hohen Betrag von der Landesregierung entschädigt werden mußte.

Genauso liegt der Fall hier. Unserem Hotelbetrieb ist allein in diesem Jahr bis jetzt ein Umsatzausfall in Höhe von ca. 750.000 EUR entstanden. Das ist aufgrund der Umsatzentwicklung der letzten Jahre nachweisbar. Ebenso belegbar ist der Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe durch die Buchungsstornierungen, die wir dadurch hinzunehmen hatten.

Die von der Politik bisher gewährten Entschädigungsformen reichen zur Wiedergutmachung der entstandenen Schäden nicht im Ansatz aus. Zur Vermeidung einer gerichtlichen Auseinandersetzung fordern wir daher die Zahlung eines Betrages in Höhe von mindestens 500.000 EUR. Kommt es zwischen Ihnen und uns auf dieser Basis nicht zu einer außergerichtlichen Einigung, werden wir ohne weiteres Zögern den Rechtsweg beschreiten. Wir schließen nicht aus, daß sich die Forderungen dann weiter erhöhen, weil sich sicher weitere Betriebe dem Verfahren anschließen werden.

Wir erwarten Ihre Rückantwort bis zum 20. Juli 2007 und verleiben bis dahin

mit freundlichen Grüßen

Olaf Mertens

Direktor

Anlagen

Stornierungen aufgrund der Vogelgrippe / 3 Seiten

Umsatzverlusterklärung / 1 Seite

Seite 3/3″

to be continued… (morgen gehts weiter!)

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