Die Talfahrt von Rot-Rot

Geschrieben am 18. September 2006 in Allgemein von engel || 1 Kommentar

Rot-Rot hat spürbar verloren. Sowohl in Berlin als auch in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die CDU konnte davon nicht profitieren. Sie musste in beiden Ländern als Oppositionspartei trotz vernichtend magerer rot-roter Regierungsbilanzen Verluste hinnehmen. Die Behauptung des CDU-Spitzenkandidaten Pflüger in Berlin, die CDU sei zurück, ist tollkühn realitätsfern. Der Wahlabend zeigt zwei Dinge: Erstens leidet die Union stärker als die SPD unter der Leistungsschwäche der großen Koalition in Berlin. Zweitens sind die Zeiten vorbei, in denen nach Ergebnissen von unter 40 Prozent in den beiden großen Volksparteien die Verantwortlichen abserviert wurden. Als Sieger kann sich oft schon ausgelassen feiern lassen, wer als Kandidat die 30-Prozent-Marke knackt. Die integrative Bindungskraft von CDU und SPD lässt rapide nach. Das ist die Talfahrt der Volksparteien: In Berlin landeten Graue Panther, Neo-Nazis und Sonstige bei mehr als zehn Prozent. In Schwerin wird die NPD ihren politischen Unfug und Unrat – wie in Sachsen – im Landtag verbreiten können. Diese Entwicklungen offenbaren in Kombination mit niedriger Wahlbeteiligung die Verunsicherung der Bevölkerung. Der Kanzlerinnen-Bonus ist verflogen. Angela Merkel wird eher mit verpfuschten Reformvorhaben und Regierungsstillstand identifiziert als Franz Müntefering oder Kurt Beck. Regierte heute noch Rot-Grün in Berlin, wenigstens an der Ostsee-Küste hätte die CDU das Blatt wohl wenden können. Jetzt muss die Partei aufpassen, dass sie nicht sogar dort die Macht verliert, wo ihre Politiker in Ministerpräsidentensesseln sitzen.

Ihr ruegenerleben.de-Team

Eine Reaktion zu “Die Talfahrt von Rot-Rot”

  1. Schock: NPD mit 7,3 Prozent im Schweriner Landtag! » Wahlen, Mecklenburg-Vorpommern, NPD, Landtag, Linksextremismus

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